Sammelbestellungen bei Großhändlern / Produzenten


#1

Hallo alle zusammen,
Seit gut 40 Jahren gibt es das Prinzip der Food Coop. Eine Gruppe von Leuten in der gleichen Region einigt sich auf auf einen Raum zur Warenanlieferung und -Verteilung und bestellt gemeinsam im Großhandel bzw. direkt bei Erzeugern / Produzenten.
Neben Nahrung lässt sich das Prinzip natürlich auch auf andere Dinge des alltäglichen Bedarfs ausweiten.
Fairmondo könnte zu einer PLatform ausgebaut werden, die es lokal verankerten Gruppen ermöglicht, mit einem sehr geringem Aufwand Sammelbestellungen bei Großhändlern, Erzeugern und Produzenten durchzuführen.
Grob skizziert sähe es ungefähr so aus:

  • Die Großhändler / Erzeuger / Produzenten stellen ihr Sortiment bei Fairmondo ein.
  • Eine Gruppe von lokal verankerten Personen einigt sich auf einen Platz zur Warenanlieferung
  • Gemeinsam machen Sie über Fairmondo dabei eine Sammelbestellung.
    Fairmondo bündelt das Geld das Gruppe, führt die Bestellung beim Großhändler aus und teilt diesem die Adresse zur Anlieferung mit.
  • rechtlich wäre es evt. einfacher zu realisieren, wenn sämtliche Teilnehmerinnen der Sammelbestellung gleichzeitig auch Genossinnen sind.
    Der Fairmondo-Anteil am Umsatz sollte deutlich höher liegen als bei der normalen Vermittlung eines Kaufs. Ich würde aus dem Bauch mal bei 4-7% ansetzen. Da umgekehrt die Preise beim Großhandel deutlich preiswerter sind als beim Einzelhandel, lohnt es sich trotzdem noch für die Käufer*Innen, und Fairmondo kann höhere Einnahmen generieren.

Für Leute die gerne Sammelbestellung bei Großhändlern durchführen möchten, ergibt sich der Vorteil, dass sie eine komplette Infrastruktur zum Bestellen und Abrechnen vorfinden und sie selbst keine Papierkram mit Gewerbeämtern etc. haben.


Memo als Händler gewinnen ?
Memo als Händler gewinnen ?
#2

Hallo @JP_Homann,

Die “normale” (nicht öko oder fair) Verkaufsprovision beträgt 7% (inkl. 1% Spende). Wenn der Fairmondo-Anteil am Umsatz deutlich höher liegen soll, dann wären 4-7% etwas zu wenig.

Viele Grüße
Markus


#3

Hallo,

Als jemand, der selbst in einer FoodCoop aktiv ist seit längerem sehe ich in puncto Lebensmittel den Sinn nicht so recht; bei uns zumindest liegt der Fokus auf regionalen Erzeugnissen wo möglich (Transportwege sparen, Kleinerzeuger unterstützen, Regionalwirtschaft unterstützen).

Für andere Produkte/ Branchen sehe ich allerdings Potenzial. Und zwar könnte hier FM als Garant für Fairhandel und einfache Abwicklung (aus sicht der FoodCoop-Besetllperson) auftreten und die Fairhandlungen führen. Gedanke: Aus sicht der FoodCoop ist die Bestellabwicklung immer ähnlich unabhängig der Anbieter*in.

Produzenten, die mir spontan einfallen:

Edit: {In FoodCoops sind vermutlich sehr viele Menschen, die sich für FM begeistern oder zumindest FM unterstützen würden, da viele Grundsätze m.E. überein stimmen. Und es sind überproportional viele selbst bestimmte Mitmach-Menschen. Da sehe ich ein großes Potential für FM.}

Ich werd’ da mal noch weiter drüber brüten, ist erstmal nen spontaner Gedanke. Vllt. hilft’s ja schon.

Gruß von der Ostsee


#4

Hallo iisoshai,
Auch in einer Foodcoop müssen bestellen organisiert und Einnahmen und Ausgaben verwaltet werden. Aus ökologischer Sicht ist es sehr sinnvoll, dass Fairmondo auch lokale und regionale Kunden zusammenbringt.
Wenn im Ort A eine Gruppe eine Foodcoop gründen will, oder auch andere Dinge im öko-fairen Großhandel gemeinsam bestellen will, dann sollte Fairmondo die erste Wahl sein, die Bestellungen, Einzahlungen und Abrechnung zu organisieren.
Wer als Foodcoop beim örtlichen Bio-Großhandel einkaufen will braucht in der Regel sowie so eine rechtliche Form wie ein GbR, e.V. oder ähnliches und ein Infrastruktur zum Handling der Bestellungen und internen Abrechnnung (Mindestens Excel o.ä.) Sobald die Foodcoop größer wird, kommt dann auch noch die Steuererklärung dazu.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass sich sehr elegant über Fairmondo vereinfachen lässt. Ein Gruppe die eine Foodcoop gründen will, macht dann einfach eine regionale Gruppe in Fairmondo auf, definiert ein Raum, an den geliefert wird und nutzt für den Rest die Infrastruktur von Fairmondo. GbR und Vereinsgründung, freiwillen-Dienste zur Abrechnung, Steuererklärung etc. entfallen dann.
Mit einem Gang zu Foodcoop, können die Mitglieder nicht nur Lebensmittel der örtlichen Bauern, sondern auch das Komplette Bioladen-Sortiment und vielleicht noch Öko-Bürobedarf von z.B. Memo abholen.
Ich fände sowas jedenfalls ziemlich Cool und würde das für Berlin Friedrichshain wo ich wohne, gerne als Testballon starten.

Gruß
Jan-Peter


#5

Hi @JP_Homann!
Cool, dass du diesen Thread nochmal auskramst, es tut sich momentan tatsächlich etwas in die Richtung, Foodcoops über Fairmondo zu verwalten. Allerdings nicht direkt vom deutschen Fairmondoteam aus, aber es gibt Pläne Fairmondo auch in den USA zu starten und dort wollen die Leute gerne eine solche Funktion für Fairmondo entwickeln.
Is jetzt nicht so leicht euch zu verbinden, aber vielleicht kannst du wertvollen Input geben, wie du es dir aus Nutzer-perspektive gerne wünschen würdest :slight_smile:


#6

Hallo alle zusammen,
Mit dem Aufbau des Fairmondo Buchhandels gibt es ja das erste Projekt, bei dem Fairmondo NutzerInnen und GenossInnen über Fairmondo als Einzelpersonen beim Großhändler bestellen.
Im ersten Thread habe ich dargelegt, wie dieses aus Nutzer-Perspektive aussehen könnte. Die wohl entscheidende Frage ist dann allerdings, wie wir die Infrastruktur für Sammelbestellungen organisieren könnten:

Um das prototypisch einmal auszuprobieren, könnte man z.B. wie folgt vorgehen.
Gruppe “X-Hain” erstellt sich eine Gruppen-Email Adresse mit der sie sich bei Fairmondo anmeldet und einen Paypal Account erstellt. Gemeinsam legen Sie einen Raum fest wohin geliefert wird, der als Adresse im Fairmondo Account hinterlegt wird.
Fairmonodo lässt sich bei einem einem öko / fairen / bio Großhändler als Händler listen. In unserem Beispiel Terra Naturkost für den berliner Raum:
Teile des Terra Naurkost Sortiments werden für den Prototypen im Fairmondo Marktplatz hinterlegt (Z.B. haltbare Dinge des Alltagsbedarfs wie Nudeln, Reis, Müsli…)
Diese Eingabe erfolgt entweder von Hand oder über einen Import einer Text oder XML-Datei von Terra Naturkost (ähnlich wie beim Buchhandel)
Die Gruppe X-Hain kaspert untereinander aus, wer was in welchen Mengen bestellt und überweist den jeweiligen Anteil für die Bestellung auf den Gruppen-Account bei Paypal. Diese Bestellung wird unter dem gemeinsamen Fairmondo Account als eine große Bestellung eingegeben und bestellt. Fairmondo löst die Bestellung bei Terra Naturkost aus, die von Terra Naturkost an den X-Hain Gruppenraum geliefert wird.
Fairmondo bezahlt - analog zum Buchhandel - Terra Naturkost. Der Endbetrag für die Gruppe X-Hain wird von Fairmondo über den Paypal Account der Gruppe X-Hain eingezogen. Nach der Lieferung trifft sich die Gruppe X-Hain und teilt die Bestellung untereinander auf.

Diesen Prototypen könnte man mit überschaubaren Aufwand mit der bestehenden Fairmono Infrastruktur bauen und testen.

Wenn er erfolgreich getestet wurde, könnte man eine Umfrage machen, wer Interesse hätte dies auszubauen und dafür bereit wäre zusätzliche Genossenschaftsanteile zu zeichnen.

Wenn da genug zusammen kommt, könnte man z.B. Gruppen und Sammelbestellungen direkt in den Marktplatz integrieren.

Dies wäre dann ein Feature, welches meines Wissens kein anderer digitaler Marktplatz derzeit bietet und damit ein weitere Argument bei Fairmono mit zu machen.

Liebe Grüße
Jan-Peter


#7

Hallo Jan-Peter,

ich weiß nicht, ob ich komplett durchsteige, hab aber mal drüber nachgedacht, wie man dass mit der Bestehenden Infrastruktur abbilden könnte, also ohne das Fairmondo irgendwas machen muss.

Mit folgender Modifikation könnte das m.E. gelingen:

Die Gruppe “X-Hain” lässt sich bei Terra Naurkost als Händler listen, und erstellt einen Verkäufer-Account bei Fairmondo.
-> Damit bringt sie einen Teil des Terra Naurkost-Sortiments auf den Marktplatz*.
(In der Beschreibung wird ggf. festgelegt, dass nur an Mitglieder Gruppe “X-Hain” verkauft wird, bzw. welche Bedigungen gelten (es geht ja um Sammelbeselltungen/größere Mengen).

Restlicher Ablauf wir von Dir beschrieben.

Also: nicht FM ist die Einkaufsgenossenschaft, sonder die Gruppe “X-Hain” - und die nutzt die bestehende FM-Infrastruktur.
Vorteil: kann sofort umgesetzt werden, klein speziellen FM-Resourcen nötig.

*Vielleicht besser auch nur einige Dummy-Artikel (Terra Naurkost-Sortiment 10€, 50€, 100€) , um den Markplatz nicht mit Artikeln, die nur ein kleine Gruppe kaufen kann, zu überfluten.

Grüße
Joachim


#8

Hallo Joachim,
In dem von dir genannten Fall müsste die Gruppe X-Hain allerdings mind. eine GbR oder einen Verein gründen und damit als Händler auch eine Steuererklärung erstellen.

Beim Buchhandel haben wir dagegen schon die Infrastruktur, dass Fairmondo der Händler ist und die Fairmono NutzerInnen EndkundInnen.

Für den Prototypen würde ich im Marktplatz eine Funktion wünschen, dass prototypische Artikel nicht gleich im ganzen Marktplatz sichtbar werden sondern nur z.B. nur für einen Prototyp-User.

Frage: wäre das mit überschaubaren Aufwand machbar ?

Wenn wir das Thema regionale und lokale Lieferketten ernst nehmen, dann müssen wir auch ein Verfahren finden, dass bestimmte Großhandler - wie Terra Naurkost aus dem Beispiel - auch nur Bestellungen in bestimmten PLZ Bereichen ausliefern.

Ideal wäre es, wenn bei Lieferanten hinterlegt werden kann, in welche PLZ sie ausliefern und im Marktplatz die Funktion aktiviert werden kann:
“Zeige lokale Lieferanten” auf Basis der PLZ des aktuell eingeloggten Fairmondo Accounts.

Weiterhin benötigen wahrscheinlich auch Mindestbestellmengen, wenn wir im Großhandel einkaufen.

Solange wir mit Prototypen arbeiten, die nur für den oder die freigeschalteten Fairmondo NutzerInnen sichtbar sind, kann man solche Dinge aber auch intern klären.

Gruß
Jan-Peter


#9

So eine Bisschen geht das doch in ähnliche Richtungen, oder?

Eventuell ergeben sich ja Synergien…


#10

~ auf der Mitte diesere Seite steht auch was zum Thema Foodcoop:


#11

Hallo Jo01,

Gemeinsam Bio
Das geht schon in die Richtung. Gemeinsam Bio hat allerdings als Organisationsform eine GbR mit Mitgliedschaft gewählt. (Ich wusste garnicht, dass es sowas gibt…).
Der Mitgliedsbeitrag ist mit 200,- EUR allerdings deutlich höher als ein Genossenschaftsanteil bei Fairmondo. Desweiteren ist eine GbR - im Unterschied zu einer Genossenschaft oder einem Verein - keine demokratische Organisation.
Mögliche Synergien sehe ich daher nicht.

Ich glaube aber nach wie vor, dass es - analog zum Fairmmondo Buchhandel - sehr viel Sinn machen würde, wenn man über Fairmondo gemeinsam im Großhandel einkaufen kann.
Die Konsum-Genossenschaft ist ein seit 150 Jahren erprobtes Modell. Der Deckungsbeitrag im Buchandel zeigt, dass dieser die finanziell tragende Stütze von Fairmondo.
Warum nicht sich selbst und Fairmondo was gutes tun und gemeinsam im Großhandel einkaufen ?


#12

Vermutlich scheitert es am Personal…