Fraisr vs. Fairmondo

#1

@jo01 und @Ph.Wolter

Ich weiß zwar nicht ob es in diesen Thread reinpasst, aber zu meinem vorherigen Beitrag:

Ich weiß auch nicht, ob ich der Einzige war, der davon wusste.
Es gab zeitgleich (also anno 2012) ein “Schwesternprojekt”.

Mit Betonung auf “gab”, denn im Gegensatz zu FM, hat(te) man hier bereits letztes Jahr die Reißleine gezogen und dicht gemacht.

Interessierte können hier alles nachlesen:

http://blog.seedmatch.de/2015/08/07/fraisr-liquidation/

Jo und Ph., ihr seht mir interessiert aus. Lest euch doch mal diesen Artikel durch und erzählt mir, wieviele Parallelen ihr mitgezählt habt bzw. erzähl mal, was ihr von dem Artikel haltet.

Ich mach auch den Anfang:

Auch andere Gründungen an der Schnittstelle von E-Commerce und Spenden, die in etwa zeitgleich mit uns gestartet waren, haben sich mittlerweile von optimistischeren Wachstumsaussichten verabschiedet.

Interessant auch das Zitat:

Wir haben im Rahmen der periodischen Investorenberichte unsere Investoren fortwährend transparent auf dem Laufenden gehalten, was unsere Situation und unsere Maßnahmen und Initiativen angeht.

Ich bin ja weder FM-Investor noch FM-Genosse.

Vielleicht wäre ja auch ein eigener Thread zu diesem Link interessant.

Umfrage zum BUCHHANDEL
Umfrage zum BUCHHANDEL
#2

@Eifel-Meikel
Danke. Ich kannte fraisr nicht, lese mich jetzt aber mal ein.

1 Like
#3

inwiefern? Die hatten doch ebenfalls Probleme den Marktplatz zu beleben? Oder versteheh ich da etwas falsch?

#4

Nein du verstehst nichts falsch.

Das Henne-Ei-Problem ist für mich: Keine Händler -> kein Angebot -> keine (widerkehrenden) Kunden -> kein Umsatz -> keine Händler.

Fraisr hat das umgangen, indem (Teile) des Angebotes von Amazon auf seiner Seite gespiegelt hat, also Angebote hatte. Aber selbst das hat nicht gereicht. Daher bin ich so extrem skeptisch wegen dem Marktplatz von FM, weil er ja deutlich ungünstigere Voraussetzungen hat als Fraisr.

1 Like
#5

Ich kannte fraisr bisher nicht, hab mit den Link von Dir aber mal durchgelesen, danke @Meikel!

Einen größeren Unterschied, den ich zu sehen meine, ist das fraiser nur ~300 Investoren hatte, FM dagegen > 2000 Genossinnen und Genossen hat, d.h. allein dadurch schon viel mehr (nicht-finanzieller!) Support und Rückhalt hat.

Und ich hab auch den Eindruck (der kann falsch sein), das wir bei FM, den Anspruch auf gesellschaftlichen Wandel und Gestaltung hin zu einer besseren (/weniger schlechten) Wirtschaft haben, bzw. diesen besser/glaubwürdiger transportieren.

Vielleicht etwas provokant:

  • Fraisr: Klasisches Startup (2 Gründer), das mit der Idee/dem Trend “fair” reich(/finanziell erfolgreich) sein wollte
  • Fairmondo: Unternehmen ist mehr Mittel zum Zweck um zu zeigen: auch so (Geno 2.0) kann ein Unternehmen gestaltet sein und erfolgreich am Markt agieren.
#6

Habe vorher noch nichts von Fraisr gehört. Die Parallelen bei Fairmondo und Fraisr was Geschäftsidee als auch Geschäftentwicklung angeht sind schon erstaunlich. Bekanntheitsgrad von Fairmondo dürfte gefühlt um einiges höher sein.

Das fair alleine als Geschäftsmodell für den Massenmarkt nicht taugt, ist mir schon lange klar. Man muss auch darüberhinaus Mehrwerte bieten. Das fair ist dann praktisch ein Pluspunkt on top.

Gibt es Möglichkeiten für Fairmondo evtl den “Rest” von Fraisr. zu verwerten? Könnte man die Idee von Fraisr übernehmen/integrieren? Ist das sinnvoll?

#7

Spannende Idee!
Hat mich spontan an Prokon erinnert, die nach der Insolvenz nun eine erfolgreiche(??) Genossenschaft sind.
Ich denke, Geld wird FM nicht dafür nicht ausgeben können, aber vielleicht kann Sachwerte gegen Anteile in FM-Genossenschaft eingebracht werden?

Weitere Idee: Unter den Fraisr-Gesellschaftern / Nutzern sind sicher überdurchschnittlich viele Fairmondo-affine Menschen (eventuell ohne, dass sie Fairmondo schon kenne).
-> Kann man die irgendwie ansprechen?! (Sinngemäß, ohne das es zynisch klingt: “Hey, Euer Marktplatz ist zwar kaputt, aber wir haben hier auch einen schönen! Macht’ gerne mit!”)

2 Like
#8

das wurde hier ja auch mal diskutiert. dürfte aber obsolet sein. Spenden und amazon ist nicht mehr.

Edit: weiter unten im Artikel steht dass möglicherweise die Charity-Plattform von Amazon nach Euroland kommen soll. Also auch dieses Segment wird amazon in Zukunft besetzen.

1 Like
#9

also ich kenne Fraisr schon lange, überrascht mich, dass es hier so wenigen etwas sagt.
Ich finde aber nicht das Fairmondo und Fraisr so viel gemein haben. Das einzige was bei beiden gleich ist ist die Idee einen Teil des Verkaufserlöses spenden zu können. Das allein hat eben nicht als Geschäftsmodell augereicht das trägt, sonst wars einfach nur ein normaler Marktplatz wie viele anderen auch, und am Ende wars nur noch ein Plugin. Ab dem Punkt habe ich aufgehört, das zu verfolgen…
Ihre Investoren haben sie auch aus einem anderen Kreis gefischt, bei seedmatch tummeln sich glaube ich eher Investoren, die eher an finanziellem Profit, als an gesellschaftlichem Wandel interessiert sind.
Ein bisschen Medienecho hatte Fraisr übrigens auch, habe mal irgendeinen Fernsehbeitrag zum Thema gesehen, wo Fraisr als beispiel für ein coolen neuen sozialen Onlinemarktplatz genannt wurde… Fairmondo leider nicht :frowning:
Glaube Fairmondos einziger Fernsehauftritt war vor einigen Jahren bei “durch die Nacht mit…” auf Arte oder wie die Reihe heißt… und war jetzt nicht soo die Sensation ^^ - oder gabs da noch mehr?

1 Like
#10

Mich auch, zumal es hier im Forum besprochen wurde.

Ich erinnere mich dunkel, dass es ein Wordpress-Plugin war. Ihnen ist das Geld ausgegangen und dann haben die schnell eine Lösung zusammengewürfelt. Das Plugin hatte ich schon mal ausprobiert. Theoretisch ganz gut, praktisch allerdings sehr ressourcenhungrig.

Ich finde auch, die 2-5% Cashback eher sehr dürftig. Wenn man über Bitcoins bei Amazon kauft, bekommt man stellenweise 20% Rabatt. Ich weiß noch nicht, wie das Modell funktioniert, aber da es schon so lange am Markt ist, ist es sehr wahrscheinlich legal. Das wäre m.E. eine bessere Option als diese NGO-Affiliates.

Nein, die haben erkannt, dass am Ende nie eine schwarze Null stehen wird und bevor der Schaden sich weiter vertieft, den Stecker gezogen.

Wenn FM die schwarze Null nicht hinbekommt, ist der “gesellschaftliche Wandel” auch obsolet. Und es sieht einfach nicht danach aus. Die Insolvenz wird künstlich oder auf Pump vermieden. Nach der gescheiterten CFK dürfte auch klar sein, dass keine Mittel für den Ausbau der Software mehr hereinkommen wird.

FM hatte deutlich besseres Medienecho und selbst jetzt hält die TAZ FM die Stange und veröffentlicht jede Pressemitteilung ungeprüft.

Schwierig, das ist leider zu spät und wegen Datenschutz nicht möglich. Wäre etwas anderes gewesen, wenn man denen damals nen Obolus angeboten hätte von fraisr auf FM weiterzuleiten. Das war eine bekannte aber vertane Chance.

Ich kann leider nicht mehr nachschauen, aber wie gesagt, ich erinnere mich daran, dass es ein Wordpress-Plugin war (weil ich es damals nachgebaut habe). Das passt zum einen nicht in unsere Softwarelandschaft und zum anderen kann man das relativ leicht nachbauen (ich hab es zumindest rudimentär geschafft.)

Die ursprüngliche Idee war ja eher ein “Suchportal” statt ein Marktplatz. Man konnte sich faire Online-shops/Produkte suchen. Das steht etwas im Widerspruch zu einem Marktplatz.

#11

Ich hatte mehr die Probleme im Auge.

Auch Fairmondo musste doch Silverster 2014 (?) alle Mitarbeiter entlassen, um die Insolvenz abzuwenden.

Und auch die Anschlussfinanzierung ist ähnlich schiefgelaufen.
500.000 waren ja das Ziel, 250.000 wären noch akzeptabel gewesen und 125.000 die Katastrophe.

Wie sich manche erinnern mögen, kam es ja dann auch zur “Katastrophe”, in Form von nur 146.000 (meine ich).
Seitdem dümpelt ja FM nur noch vor sich hin.

#12

Ich gehe mal davon aus, daß auch die FM-Mitarbeiter und Vorstände jetzt nicht vorhatten, der ehrenhaften Gedanken wegen, den Rest íhres Lebens auf Hartz-4 Niveau zu leben, auch wenn das eigentlich im Prinzip so in der Satzung steht.

Ich würd heute/jetzt mal sagen, genau da ist der Schwachpunkt der Geno 2.0 oder generell einer Genossenschaft.
Sie gehört allen und niemanden. Der Vorstand leitet die Geno, aber sie gehört nicht ihm. Entsprechend sehe ich natürlich eine andere Motivation.

#13

Nein, stand/steht nicht so in der Satzung. Grds. wollte man ein faireres Lohngefüge. Es war natürlich etwas starr und nicht konkurrenzfähig und auch intransparent (wer weiß schon, wieviel Ausschüttung Felix über die Fairfoundingpoints bekommt), aber ansonsten war und ist das Ziel eine faire Entlohnung zu erreichen.

Das teile ich zum Teil. Dadurch, dass mir als Genosse die Geno nicht gehört, partizipiere ich nicht an den stillen Reserven. D.h. die ganze Aufbauarbeit und das hohe Anfangsrisiko bekomme ich nie entlohnt (Fairfoundingpoint außen vor). Wenn der Laden irgendwann einmal laufen würde, würden wir von der Rendite irgendwo auf ein gutes Festgeld-Niveau abrutschen, weil es dann ein Invest für Externe vergleichsweise interessant wäre.

Diese Problematik hast Du immer bei Fremdgeschäftsführern, wobei ich nicht weiß, was Du unter “anderen Motivation” meinst.

#14

Vielleicht kann ja jo1 nochmal seine “provokante” These näher erläutern.

  • Fraisr: Klasisches Startup (2 Gründer), das mit der Idee/dem Trend “fair” reich(/finanziell erfolgreich) sein wollte
  • Fairmondo: Unternehmen ist mehr Mittel zum Zweck um zu zeigen: auch so
    (Geno 2.0) kann ein Unternehmen gestaltet sein und erfolgreich am Markt
    agieren.

Darf Fairmondo nicht “reich(/finanziell erfolgreich)” werden oder sein ?

Quasi eben eine Art “Armutsgelübde”, um nicht dem Götzen “Geld” zu huldigen ?

Edit:
Anders gefragt: Wo ist die Abgrenzung zwischen beiden Thesen.

#15

Eigenmotivation eines Inhabers bzw. eines Ehrenamtlichen oder halt Fremdmotivation z.B: durch Geld in Form eines Gehalts.

Jo1 unterstellt ja den Gründern von fraisr eigentlich ja Letzteres.

#16

Fraisr hatte keine Fremdgeschäftsführer. Die hatten zwar Teile des Unternehmens abgegeben, waren aber immer noch mehr Inhaber als Felix oder Michael (oder Anna oder Sebastian)

#17

Doch, auch mit Fairmondo “darf” man reich werden, das würde uns alle freuen.
Aber es ist eben nicht der primäre Zweck, und mir scheint die Gründer haben dafür ganz bewusst die Weichen gestellt. Die Satzung erlaubt ja auch dem FM-Vorstand, z.B. eine Milion zu verdienen - nur muss dann halt das kleinste Gehalt unter allen anderen mitndesten eine drittel Mio sein.

#18

bei Bitcoin würde ich spontan auf Geldwäsche tippen.

Grüße!

#19

Ich hatte spontan auf Kreditkartenbetrug getippt, aber das würde über den Zeitraum nicht funktionieren.

Wie soll Geldwäsche funktionieren? Und wäre auch extrem aufwändig und teuer.

Es gibt sehr viele Miner, die aus Eigeninteresse ihre BTC schwarz abgeben, wenn man denen auch noch 10% on top anbietet, wäre das Angebot konkurrenzlos. Darüber hinaus sind die Beteiligten verifizierbar (Amazonkonten)

Das ist es m.E. sehr wahrscheinlich nicht.

#20

Umsätze aus legalen Quellen vermischt du über 2-3 Konten mit Umsätzen aus dem Darknet, schüttest die gemischten Umsätze gewaschen auf Privatkonten aus.

Wie können Miner BTC “schwarz” abgeben?